Beginn der Zucht Norwegische Waldkatze

Nachdem wir nun einiges über Katzen in Norwegen in vergangenen Jahrhunderten und über die Geschichte der Norwegischen Waldkatze gelesen haben, kommen wir nun zu den Hintergründen über die Anfänge der Zucht dieser tollen Katzenrasse.

Norwegische Waldkatze – Eine Naturkatze bzw. Naturrasse

Lange Zeit lebten in Norwegen Waldkatzen für sich in den ausgedehnten Wäldern und den abgelegenen Tälern des Landes. Nicht nur in Norwegen, auch in Schweden, gab es an ihre Umgebung stark angepasste Waldkatzen. Aber auch diese Katzen schlossen sich immer wieder den Menschen an und sie waren nicht nur gerne gesehen, sie wurden auch als Hofkatze und Hauskatze aufgenommen.

Zwar war die langhaarige Waldkatze als zuverlässiger Mäusejäger gerne gesehen, dennoch wurden Katzen dieser Art dann immer seltener. Kein Wunder. Es kam häufig vor, dass sie sich eben auch mit Hauskatzen vom Typ Kurzhaar verpaarten und dann kam es eben, da das Kurzhaar-Gen dominiert, zu kurzhaarigem Nachwuchs. Je dichter auch Norwegen und Schweden besiedelt wurden, um so stärker schritt dieser Prozess voran.

Norwegische Waldkatze wird zurückgedrängt und stirbt beinahe aus

Es gab also immer mehr Kurzhaar-Katzen. Die ursprüngliche langhaarige, große und kräftige Waldkatze war dadurch fast schon vom Aussterben bedroht.

Und so gab es bereits im Jahr 1938 in Norwegen Überlegungen, diese Rasse zu züchten (und so vor dem Aussterben zu bewahren). Noch im gleichen Jahr wurde dann in Oslo eine Waldkatze ausgestellt. Allerding wurde kurz danach der 2. Weltkrieg begonnen (1939 bis 1945) und so hatte man auch in Norwegen gänzlich andere Sorgen, als sich um die Waldkatze und ihr mögliches Aussterben zu sorgen.

Es dauerte bis in die 1950er und 1960er Jahre ehe wieder über ein Zuchtprogramm diskutiert wurde. Aber erst Anfang der 1970er Jahre war es eine kleine Gruppe von Züchtern und Liebhabern der Norwegerin, die diese Idee auch in die Tat umsetzen. Ihr Ziel war die Anerkennung und somit Erhaltung der Norwegischen Waldkatze mit all ihren rassespezifischen und unverwechselbaren Eigenschaften.

Norwegische Waldkatze wird als eigenständige Rasse anerkannt

Im September 1972 schließlich wurde die Waldkatze als eigenständige Rasse von den norwegischen Vereinen anerkannt und erhielt einen vorläufigen Standard. Natürlich wollte man aber mehr und auch eine Anerkennung der weltweiten Katzenverbände.

1973 veröffentlichten Carl F. Nordane und Helene Nordane von Vorstand des Vereins NORAK und des norwegischen FIFé-Dachverbandes NRR sowie Edel Runas vom NRR-Zuchtausschuss einen Aufruf mit dem Ziel, Besitzer von Norwegischen Waldkatzen zu finden. Else Nylund, der die Rasse damals unbekannt war, hatte kurz zuvor ihrer Arbeitskollegin Sonja Bargel Aufnahmen ihrer Katzen und Kitten gezeigt. Sonja, die Perser züchtete, erkannte sofort, dass es sich dabei um Norwegische Waldkatzen handelte. Wenig später erfuhr sie von dem Aufruf des NRR und am 9. Oktober 1973 berichtete Edel Runas, dass sie die Waldkatzen der Familie Nylund gesehen hatte. Eine davon war der legendäre Pan’s Truls (nicht zu verwechseln mit ‘Truls’), der später zum Prototyp der Norwegischen Waldkatze erkoren wurde.

Truls und Pipp – erfolgreiche Verpaarung 1974

1974 wurde dann Pippa, die Kätzin von Edel Runas, mit Truls, dem Kater der Familie Nylund, verpaart und am 17. April 1974 kamen Pjewiks Forest Troll und Pjewiks Forest Nisse zur Welt.

Truls zeugte als anerkannte Norwegische Waldkatze nur noch einen weiteren Wurf. Während Umbauarbeiten an dem Haus, in dem Familie Nylund wohnte, verschwand er häufiger für längere Zeit. Dies ging etwa ein Jahr lang so, bis er eines Tages im Alter von etwa fünf Jahren für immer verschwand. Bis heute ist sein Verbleib ungeklärt. Was blieb war seine Nachkommenschaft.

Norwegische Waldkatze wird immer populärer

Nach und nach fanden sich immer mehr Liebhaber, die an der Züchtung der Norwegischen Waldkatze interessiert waren. Wer glaubte, Zuhause Norwegische Waldkatzen zu haben, musste diese auf Katzenausstellungen von einem Zuchtausschuss prüfen lassen, bevor sie zur Zucht zugelassen wurden. Viele Tiere wurden im Laufe der Jahre vorgestellt, doch nur wenige davon anerkannt. Diese Katzen bezeichnete man als Novizen, und die entsprechende Ausstellungsklasse als Novizenklasse. Die Novizenklasse wurde in Skandinavien bis 1990 offen gehalten und dann geschlossen.

Waldkatzenring Norsk Skogkattring wird gegründet

1975 wurde unter dem Patronat des NORAK der Waldkatzenring ‘Norsk Skogkattring’ gegründet. Im gleichen Jahr noch hielten Edel Runas (‘Pjewiks Forest’), Familie Nylund (‘Pan’s), Kari Eggun (‘av Karibo’) und Kari Hybakk im Haus von Liv Loose (‘av Baune’) die erste Versammlung des ‘Norsk Skogkattring’ ab.

1976 gab es bereits 100 registrierte Waldkatzen, und auf der FIFé-Generalversammlung in Wiesbaden im gleichen Jahr erfolgte die provisorische Anerkennung der Norwegischen Waldkatze ohne Zertifikatsstatus. Ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur allgemein anerkannten Katzenrasse der verschiedenen Katzenverbände.

Heute ist die Norwegische Waldkatze eine Katze mit allgemeiner Anerkennung.

Siehe auch Geschichte Norwegische Waldkatze und Herkunft.